Korallen kommen ausschließlich im Meer vor, insbesondere im Tropengürtel. Sie leben meist sesshaft
(sessil) in Kolonien. Im Hinblick auf die Wuchsform unterscheidet man zwischen Weichkorallen und Steinkorallen
(Hartkorallen), wobei letztere durch Einlagerungen von Kalk Skelette bilden, durch die Korallenbänke oder
ein Korallenriff entstehen, da totes Skelettmaterial fortwährend von lebendigem Gewebe überwuchert
wird. Korallenskelette bestehen zum größten Teil aus Aragonit, den die Korallentiere aus ihrer
Fußscheibe oder ihrem Ektoderm absondern, um der Kolonie Stütze zu verleihen. Die Einzelskelette
sind in der Regel pflanzenartig verzweigt und an den Zweigenden, den Wachstumsspitzen, sitzen oft
farbenprächtige Polypen, die den Eindruck verstärken, man hätte es mit unterseeischen
Blütenpflanzen zu tun.
Wie bei den meisten sesshaften Meerestieren handelt es sich auch bei
Korallen um Filtrierer, d.h. sie ernähren sich auch durch das Herausfiltern von Mikroplankton,
Nährstoffen und Spurenelementen aus dem strömungsreichen Meerwasser. Viele der Korallen, die in
Nähe der Wasseroberfläche leben, ernähren sich jedoch nicht alleine durch Filtrieren von
Plankton, sondern auch (oder sogar zum grösseren Teil) durch eingelagerte Symbiosealgen, sogenannte
Zooxanthellen, welche auch für die intensiven Farben im lebendigen Gewebe der Koralle verantwortlich
sind. Diese einzelligen Algen sind mit ihrem pflanzlichen Photosynthese-Stoffwechsel nahtlos in den
Nährstoffhaushalt der Koralle eingebunden. Je nach vorhandenem Plankton kann auch die Größe
der Korallenpolypen sehr unterschiedlich sein, deshalb unterscheidet man zwischen grosspolypigen (LPS - Large
Polype Sclerantinia) und kleinpolypigen (Small Polype Sclerantinia), wobei die Polypengrösse von
Millimeter-Bruchteilen bis zu mehreren Zentimetern variiert. Korallen gibt es seit über 400 Millionen
Jahren und helfen dem Geologen bei Paläoklimarekonstruktionen.
Ein besonderes Ereignis
stellt das jährliche Massenablaichen dar, das der Vermehrung der Korallen dient. Im Great Barrier Reef
findet dieses während des australischen Frühjahrs im November statt und richtet sich nach einem von
der Natur streng vorgegebenen Zeitplan. Die den Zeitpunkt beeinflussenden Faktoren sind die Wassertemperatur
von etwa 27 °C, die Tageslänge und die Mondphase. Nur ein minutiös aufeinander abgestimmter
Ausstoß der Eizellen und Samen in großer Menge gewährleistet unter den - durch Fressfeinde
und starke Meeresströmung verursachten - schwierigen Bedingungen eine erfolgreiche Fortpflanzung.
Die oben erwähnten Algen sind sehr temperaturempfindlich. Erwärmt sich das Wasser zu stark,
beginnen sie Giftstoffe zu produzieren und werden daraufhin von den Korallen abgestoßen, woraufhin sie
sofort absterben. Der weiße Kalkmantel bleibt bestehen, daher der Begriff Korallenbleiche. Durch die
globale Erwärmung kommt es häufiger und länger andauernd zum 'Überhitzen' des Meerwassers.
Dadurch verläuft eine ansonsten leicht verlaufende Korallenbleiche, von der sich eine Koralle erholen
kann, schwerer und führt schließlich zum Absterben. Eine weitere Gefahr droht durch die Versauerung
der Meere, die einen Teil der anthropogenen Emissionen von Kohlenstoffdioxid aufnehmen, was die Bildung neuer
Kalkschalen verhindert. Außerdem scheint es der Fall zu sein, dass das Einleiten von Fäkalien
ebenfalls ein Faktor für die Korallenbleiche darstellt, da sie an entsprechenden Stellen vermehrt
beobachtet werden konnte. Als Auslöser werden coliforme Bakterien in den Fäkalien vermutet. Die
Korallenbleiche hat in den letzten Jahren viele beliebte Tauchreviere zerstört.
Durch
Tiefseefischerei (Schlepp- und Grundnetzfischerei) sind Tiefseekorallen bedroht; ein negativer Einfluss von
Bohrplattformen zur Erdöl- oder Erdgasförderung in der Umgebung von Tiefseekorallenriffen wird nicht
ausgeschlossen. Transkontinentale Unterwasserkabel zur Telekommunikation stellen ebenfalls eine Bedrohung dar.
Auch als Schmuck sind die Korallen sehr beliebt. Als Halskette halten am meisten die Roten Korallen, auch
Schatz des Meeres genannt, her.
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